define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":344,"date":"2017-12-01T11:14:13","date_gmt":"2017-12-01T11:14:13","guid":{"rendered":"http:\/\/hannes-stuetz.de\/?p=344"},"modified":"2018-08-27T08:12:24","modified_gmt":"2018-08-27T08:12:24","slug":"denkmal-im-walldenkmal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hannes-stuetz.de\/?p=344","title":{"rendered":"Denk Mal im Walldenkmal"},"content":{"rendered":"
Denkmal im Walldenkmal. Ein Spaziergang mit Hannes St\u00fctz und seiner Kamera. Druck: Scholz Druck & Verlag GmbH & Co. KG, Mai 2011, hrsgg. von der Villa Ichon e.V., 20,00 Euro.<\/p>\n
Rezension hier:\u00a0<\/a> von S\u00f6nke Hundt<\/p>\n Ich wei\u00df, dass Hannes St\u00fctz die Stadt Bremen regelrecht liebt und von ihr in den h\u00f6chsten T\u00f6nen schw\u00e4rmen kann – wenn er gut aufgelegt ist. Und was so manches Mal regelrecht ansteckend ist. Er spaziert viel in der Stadt umher und findet an vielen Ecken sehenswerte Dinge, an die Otto Normalb\u00fcrger achtlos vorbei geht.<\/p>\n Jetzt hat er als Fotograf und Autor ein kleines B\u00fcchlein (13 X 18 cm) \u00fcber die Wallanlagen gemacht und es ihrem Sch\u00f6pfer, dem Landschaftsg\u00e4rtner oder besser dem „Kunstg\u00e4rtner“ Isaac Herrmann Albert Altmann gewidmet. Und den „Jobbern und Malochern“ von Stadtgr\u00fcn Bremen, die die Anlagen hegen und pflegen. Als der Rat der Stadt Bremen seinerzeit am Anfang des 19. Jahrhunderts beschloss, die fr\u00fcheren mittelalterlichen Festungsanlagen in eine Parklandschaft zu verwandeln, w\u00e4re, so schreibt Hannes St\u00fctz, eine der „sch\u00f6nsten innerst\u00e4dtischen Anlagen“ entstanden. „Wie eine Eidechse legt sie sich … um den Kern der alten Stadt am Flu\u00df.“ Aber die Eidechse habe auch schwer gelitten. Man habe ihr den Schwanz abgeschlagen, und der liege jetzt im Stephani-Viertel und k\u00fcmmere vor sich hin.<\/p>\n Das kleine Buch hat den Titel „DENK MAL IM WALLDENKMAL“. 85 Fotos hat Hannes St\u00fctz von den Wallanlagen gemacht und festgehalten, was er auf seinen Streifz\u00fcgen morgens, nachmittags und abends, im Fr\u00fchling, Herbst und Winter erblickt hat. Es sind nat\u00fcrliche, k\u00fcnstliche und k\u00fcnstlerische Dinge, bei denen er gewartet hat, bis sie richtig beleuchtet sind, um aus ihnen mit der Kamera ein kleines Kunstwerk zu machen. Blumen, B\u00e4ume, Zweige, immer wieder der Wallgraben, ein St\u00fcck Baumrinde, Steine, Wege, ein Graureiher (wahrscheinlich morgens), dazu das ganze Parkmobiliar mit Plastiken, Reliefs, S\u00e4ulen, Denkm\u00e4lern, Treppen, Treppengel\u00e4ndern sowie Durchblicke auf einige der umliegenden Geb\u00e4ude. Z.B. die Villa Ichon, das alte Polizeihaus oder einige H\u00e4user der Contrescarpe, die fr\u00fcher Teil der Festungsanlagen zur Verteidigung der mittelalterlichen Stadt an der Weser war. Die kaufm\u00e4nnisch gepr\u00e4gten Bremer und Bremerinnen sprechen das Wort immer wie „Kontausgabe“ aus.<\/p>\n Die Fotografen hie\u00dfen fr\u00fcher „Lichtbildner“, weil sie mit dem Licht ihre Bilder malen. Die Sonne, die Wolken, die Uhrzeit und die Jahreszeiten spielen also ihre ganz wichtige Rolle. Einige der Bilder in dem Buch wirken so, als ob der Fotograf z.B. beim Blick durch die B\u00e4ume auf das schwarze Gew\u00e4sser hinter der Kunsthalle am Nachmittag im sp\u00e4ten Herbst bei einem leicht bedeckten Himmel gewartet hat, bis der Augenblick f\u00fcr den Druck auf den Ausl\u00f6ser gekommen ist, weil nur dann ein Sonnenstrahl einem Strauch ganz hinten die richtige Beleuchtung und damit dem Bild die Tiefe gibt. Die \u00fcberlebensgro\u00dfe bronzene „Liegende“ von Gerhard Marcks auf dem Theaterberg mit dem Namen „\u00c4gina“ erscheint mehrmals. Einmal inmitten der B\u00e4ume im Herbstlaub und im Herbstlicht, einmal nur der gro\u00dfe Po, einmal mit greller gelber Brille auf den Augen und mit einem ebenso poppigen B\u00fcstenhalter angezogen und verfremdet.<\/p>\n Es gibt auch direkt Politisches in den Wallanlagen. Gleich auf dem ersten Foto ist ein Denkmalssockel (?) beschriftet mit „Jetzt wieder: Krieg“. Und das Kriegerdenkmal auf der Altmannsh\u00f6he, dass den Gefallenen des 1. Weltkrieges und den Mitgliedern der Freicorps Gerstenberg und Caspari gewidmet ist, hat der Fotograf aufgenommen, als phantasievolle Menschen es rot angestrichen hatten, was sie so erkl\u00e4rten: „Da heute wieder Soldaten f\u00fcr deutsche Interessen sterber, haben wir dem Heldengedenken einen anderen Anstrich gegeben.“<\/p>\n Der Bremer und die Bremerin kennen ja eigentlich „ihre“ Wallanlagen, aber viele der gro\u00dfen und kleinen Dinge in dem Buch werden sie so noch nie gesehen haben, jedenfalls nicht mit Bewusstsein. Das kleine Buch hilft, mal genauer hinzusehen, mal innezuhalten, mal \u00fcber besondere Ansichten nachzudenken und ihre Sch\u00f6nheit zu genie\u00dfen. Also, das kleine Buch \u00fcber die Eidechse in Bremen ist Hannes St\u00fctz und seiner Kamera \u00fcberaus gut gelungen. Zu loben ist auch der Drucker von Scholz-Druck & Verlag, weil nur auf dem richtigen Papier mit der richtigen und aufw\u00e4ndigen Drucktechnik die Feinheiten, die Brillianz, die Valeurs und die Tiefen in den Bildern richtig abgebildet werden konnten. Der Bildschirm kann davon bekanntlich nur 72 dots per inch wiedergeben, also sehr sehr wenig. DENKMAL IM WALLDENKMAL. Ein Spaziergang mit Hannes St\u00fctz und seiner Kamera. Druck: Scholz Druck & Verlag GmbH & Co. KG, Mai 2011, hrsgg. von der Villa Ichon e.V., 20,00 Euro.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Denkmal im Walldenkmal. Ein Spaziergang mit Hannes St\u00fctz und seiner Kamera. Druck: Scholz Druck & Verlag GmbH & Co. KG, Mai 2011, hrsgg. von der Villa Ichon e.V., 20,00 Euro. Rezension hier:\u00a0 19. August 2011 Ein Spaziergang mit Hannes St\u00fctz … Weiterlesen
\n19. August 2011<\/span><\/p>\nEin Spaziergang mit Hannes St\u00fctz und seiner Kamera durch die Wallanlagen<\/h1>\n
\nS\u00f6nke Hundt<\/i><\/p>\n