define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":13,"date":"2017-08-18T06:20:38","date_gmt":"2017-08-18T06:20:38","guid":{"rendered":"http:\/\/hannes-stuetz.de\/?page_id=13"},"modified":"2022-09-16T09:59:40","modified_gmt":"2022-09-16T09:59:40","slug":"startseite","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hannes-stuetz.de\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"
\"\"<\/a>

M\u00e4rz 2018<\/p><\/div>\n

Hannes St\u00fctz ist am 18. M\u00e4rz 2022  f\u00fcr immer von uns gegangen. Wir trauern um unseren Freund, um einen gro\u00dfen K\u00fcnstler und um einen aufrechten Kommunisten. Ein Nachruf von Manfred Idler in „Unsere Zeit“ sowie die Traueranzeigen aus der UZ und dem Bremer Weserkurier finden sich hier.<\/a><\/p>\n


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Auf dieser Webseite werden nach und nach aus Hannes‘ Nachlass weitere Artikel, Gedichte, Faksimiles, Fotos usw. eingestellt. F\u00fcr Hinweise und Erg\u00e4nzungen bin ich dankbar. Bitte e-mail<\/a> an mich.
\nS\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n


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\"\"<\/a>Auszug aus dem Metzler Kabarett Lexikon. Von Klaus Budzinski und Reinhard Hippen<\/span>, in Verbindung mit dem Deutschen Kabarettarchiv, hrsgg. von Klaus Budzinski, Verlag J.B. Metzler, Stuttgart 1996<\/h2>\n

Hannes St\u00fctz,<\/strong> *4.4.1936 in Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd
\nKabarettist, Kabarettautor, Liedermacher
\nStudierte von 1955 bis 1960 Germanistik und Geschichte in T\u00fcbingen und M\u00fcnchen. Gr\u00fcndete 1960 zusammen mit Ekkehard K\u00fchn und Hans Kolo die „Knallfr\u00f6sche“<\/em>, bei denen er als Autor und Darsteller auch mitwirkte. 1961\/62 war er Autor und Darsteller bei der „Zwiebel“, ging dann 1962 mit den „Knallfr\u00f6schen“<\/em> auf Tournee und kehrte im Herbst 1962 f\u00fcr das Programm „Sing-Sing mit mir“<\/em> zur „Zwiebel“<\/em> zur\u00fcck. Schrieb seit 1963 auch f\u00fcr das „Kleine Renitenztheater“<\/em>, von 1965 bis 1968 f\u00fcr das (M\u00fcncher) „Rationaltheater“<\/em> und recherchierte f\u00fcr dieses 1968 die Beteiligung des damaligen Bundespr\u00e4sidenten L\u00fcbke am Bau von Konzentrationslagern.<\/p>\n

Sei 1960\/61 schrieb St\u00fctz Lieder f\u00fcr die Ostermarschbewegung („Unser Marsch ist eine gute Sache“<\/em> u.a.). Gestaltete seit 1966 zusammen mit Therese Angeloff den „Jugendmonat der IG Metall“<\/em>, f\u00fcr den er auch schrieb und spielte. Au\u00dferdem spielte er Theater (von 1962 bis 1965 am „M\u00fcnchner Volkstheater“<\/em>) sowie unpolitische Fernsehrollen und drehte 1964 und 1965 zwei Kurzfilme in eigener Regie nach eigenen Drehb\u00fcchern. – 1965 gr\u00fcndete er zusammen mit Manfred Vosz die Kulturzeitschrift „K\u00fcrbiskern“<\/em>, deren Mitherausgeber er bis 1989 war. Wirkte an vielen linken Veranstaltungen gegen Vietnamkrieg, Notstandsgesetze, Wiedererwachen des Nazismus u.a. mit. St\u00fctz war Referent f\u00fcr Bildungs- und Kulturpolitik beim Parteivorstand der DKP.<\/p>\n


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Presseschau aus den 50er und 60er Jahren. Zuf\u00e4llig wieder aufgetaucht. F\u00fcr die vollst\u00e4ndige Sammlung hier klicken.<\/a><\/strong><\/h2>\n

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Interview mit Hannes St\u00fctz v. 22. Dezember 2017 aus Unsere Zeit.
\n„Mit dem Buchstaben vorn“<\/strong><\/span><\/p>\n

Hannes St\u00fctz, Kabarettist, Liedermacher, Autor. Von ihm stammt unter anderem das bekannteste Ostermarschlied \u201eUnser Marsch ist eine gute Sache\u201c. In den 70er- und 80er-Jahren hatte er gro\u00dfen Anteil an der erfolgreichen Kulturarbeit der DKP.<\/em><\/p>\n

UZ: Hannes, du warst Mitglied im \u201eBundesausschuss zur Neukonstituierung einer Kommunistischen Partei\u201c. Welche Funktion hattest du in der illegalen KPD und wie wurdest du \u00fcber das Vorhaben, die DKP aus der Taufe zu heben, informiert?<\/strong><\/p>\n

Hannes St\u00fctz:<\/strong> Ich war damals im Gruppenvorstand in M\u00fcnchen, in einer sehr gro\u00dfen Gruppe, die sich im Laufe der 60er Jahre verdrei- und vervierfacht hat. Wir waren am Schluss \u00fcber 50 Mitglieder und haben die Gruppen dann aufgeteilt, hatten einzelne Gruppen. Da war ich im Vorstand, das war sozusagen meine Funktion in der Partei.
\nUnsere Leitung wurde von der Zentrale angeleitet. Da kam dann jemand bzw. wir haben uns dann irgendwo, meistens in \u00d6sterreich, f\u00fcr ein Wochenende getroffen, oder f\u00fcr einen langen Nachmittag plus Abend.
\nUnd dann hat man diskutiert, das hei\u00dft, erst kam die Einsch\u00e4tzung von oben, dann wurde lebhaft diskutiert. Bei diesen Treffen, die, sagen wir mal, zwei Mal im Jahr mindestens stattfanden, war nat\u00fcrlich nie die Rede von solchen Gedanken einer Neukonstituierung. Das war ja auch was total Neues, Ungew\u00f6hnliches \u2013 das konnte man ja beim besten Willen nicht demokratisch austragen, sonst w\u00e4re die Sache von Anfang an im Eimer gewesen.<\/p>\n

UZ: Und wie hast du dann davon erfahren?<\/strong><\/p>\n

Hannes St\u00fctz:<\/strong> Ich habe irgendwann von irgendjemand ein Zettelchen bzw. eine Nachricht zugesteckt bekommen. Auf dem stand, ich solle mich doch dort und dort mal einfinden. Das war 1968 in Frankfurt\/Main auf irgendeinem Parkplatz. Damals war ich p\u00fcnktlicher als heute, weil da ging es immer um Minuten. Dort traf ich dann zwei Genossen, von denen ich einen kannte. Derjenige, den ich vorher nicht kannte, war Karl-Heinz N\u00f6tzel.
\nDie beiden Genossen haben mich erst mal schw\u00f6ren lassen, dass ich nichts verlauten lasse von dem, was ich dann gefragt wurde. Und dann haben die Genossen mich informiert \u00fcber die Absichten der Neukonstituierung und gefragt a) Was h\u00e4ltst du davon? und b) W\u00e4rst du bereit, mit zu unterschreiben? So, das war meine Rolle.<\/p>\n

UZ: Bis zu welchem Zeitpunkt durftest du nicht dar\u00fcber reden?<\/strong><\/p>\n

Hannes St\u00fctz:<\/strong> Bis zum Tage der Konstituierung, dann auch wieder in Frankfurt\/Main.
\nJa, und bis dahin durfte und konnte ich nicht reden. Also auch nicht zu den n\u00e4chsten Genossen, auch nicht zu meinen Leitungsgenossen in M\u00fcnchen oder meiner Freundin oder wem immer, das war tabu.<\/p>\n

UZ: Und was hast du gesagt zu der Frage: Wie stehst du zur Neukonstituierung der Kommunistischen Partei?<\/strong><\/p>\n

Hannes St\u00fctz:<\/strong> Es ging mir blitzschnell vieles durch den Kopf. Das war so, wo sich in wenigen Sekunden alles ballt. Ich war mir in dem Moment v\u00f6llig klar, wie ungew\u00f6hnlich der Schritt ist. Es war mir v\u00f6llig klar, dass sowas mir zumindest nicht bekannt war, a) aus der Geschichte der KPD sowieso nicht, aber auch nicht \u2013 wenn ich mal kurz Revue passieren hab lassen \u2013 anderer kommunistischer Parteien. Wenn die mal verboten waren, dann hat man die und die Formationen gegr\u00fcndet, aber irgendwas von einer Neukonstituierung ist mir nicht in den Sinn gekommen. Aber trotz des Bewusstseins dieser Ungew\u00f6hnlichkeit habe ich spontan und mit Hurra gesagt, ja, ich bin dabei.<\/p>\n

UZ: Was waren deine Gr\u00fcnde, was hast du mit einer m\u00f6glichen Neukonstituierung verbunden?<\/strong><\/p>\n

Hannes St\u00fctz:<\/strong> Die Gr\u00fcnde waren einfach. Ich war ja nun in den 60er Jahren sehr viel unterwegs, auf vielen B\u00fchnen und vielen, vielen Gro\u00dfveranstaltungen und habe viele, viele Diskussionen gef\u00fchrt, und es ging mir wachsend auf den Senkel, dass wir als Kommunisten \u00fcberall dabei waren \u2013 und zwar nicht ganz hinten \u2013, aber nie unser Gesicht zeigen durften.
\nIch war und bin nat\u00fcrlich vollkommen \u00fcberzeugt davon, dass es unglaublich wichtig ist, eine geschlossene, programmatisch klare kommunistische Partei in einem Land zu haben, die \u00fcberall verwurzelt, verankert ist und so ihren Einfluss geltend machen kann und richtige Orientierungen vermitteln kann.
\nDas ist es n\u00e4mlich: In all den gro\u00dfen Bewegungen die richtigen Orientierungen vermitteln, also so verwurzelt sein, in denen die eigene, mit wissenschaftlichem Anspruch oder Bem\u00fchen getroffene Analyse sich verbreiten und durchsetzen kann. Das war das, wo ich dachte, endlich, endlich kann man Gesicht zeigen. Was f\u00fcr mich pers\u00f6nlich auch eine ganz besondere Bedeutung hatte.
\nWir hatten ja in den 60ern immer so ein paar \u201eSitzkommunisten\u201c \u2013 das war Galgenhumor. Sitzkommunisten waren die, die sich \u00f6ffentlich \u00e4u\u00dfern konnten, sagen konnten, dass sie Kommunisten sind, weil sie daf\u00fcr bereits im Knast gesessen haben. Man hat dann gesagt, bei dir kommt es nicht mehr darauf an, dich k\u00f6nnen sie nicht so schnell wieder einsperren, bei dir wissen sie das ja eh.
\nUnsere KPD-Gruppe war sehr, sehr vielschichtig, also ganz tolle soziale Zusammensetzung, alles Gewerkschafter, Studenten, K\u00fcnstler, eine unglaublich tolle Mischung. Also fast repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung war das. Und die waren alle verankert, konnten diskutieren \u00fcber alle m\u00f6glichen Dinge, und da konnte der eine oder andere denken: Mann, das ist aber sehr links oder ist das vielleicht ein Kommunist? Sie durften aber nie sagen, dass sie Kommunisten sind. Keiner von ihnen konnte sagen, es gibt die Kommunistische Partei, die KP lebt, sie existiert. Und keiner durfte sagen, schaut mich an, ich lebe. Und ich bin Mitglied. Und du kannst auch eins werden, wenn du willst. War alles nicht m\u00f6glich. Und bei mir kam dann eben dazu, dass ich das ganz besonders nicht durfte, weil die Partei wohl gesch\u00e4tzt hat, was ich da auf den B\u00fchnen trieb in dieser Zeit, und da w\u00e4re sicher vieles den Bach runtergegangen, wenn man gewusst h\u00e4tte, dass ich ein organisierter Kommunist bin.<\/p>\n

UZ: Was w\u00e4re denn den Bach runtergegangen, wenn du dich offen als Kommunist zu erkennen gegeben h\u00e4ttest?<\/strong><\/p>\n

Hannes St\u00fctz:<\/strong> Einmal war ich Liedermacher und bin nat\u00fcrlich auf hundert B\u00fchnen aufgetreten, auf den ganzen Ostermarsch-Gro\u00dfveranstaltungen, bei Streikveranstaltungen in der Rhein-Main-Halle vor 3 000 Betriebsr\u00e4ten. Dann habe ich viel Bildungsarbeit bei der IG Metall gemacht.
\nInsofern war das auch f\u00fcr mich eine Befreiung zu sagen \u2013 auch meinen ganzen Gewerkschaftskollegen der IG Metall in Frankfurt \u2013 \u201eLeute, hier bin ich, hier stehe ich, da ist mein Name.\u201c Da war nat\u00fcrlich dann alles ganz schnell aus.<\/p>\n

UZ: Wie hast du es empfunden, dass der Name KPD aufgegeben wurde?<\/strong><\/p>\n

Hannes St\u00fctz:<\/strong> Das war meine erste Kritik an meiner neuen Partei, also mit dem Buchstaben vorne. Dass der Kampf um die Wiederzulassung der KPD zwar gef\u00fchrt wurde, aber auf zu kleiner Flamme. Und das hat mir \u00fcberhaupt nicht gepasst. Das hatte ich mir v\u00f6llig anders vorgestellt. Aber es war so.<\/p>\n

UZ: Und in deinem Umfeld? Wie haben die die Neukonstituierung der DKP bewertet?<\/strong><\/p>\n

Hannes St\u00fctz:<\/strong> Die meisten haben gesagt, das war gut. Aber zu meinem Erstaunen gab es auch Kritik. Also auch von mir nahen Genossen, die gesagt haben, dass das so ein gro\u00dfer und bedeutender Schritt ist, dass ihnen nicht gepasst hat, dass sie nicht mitreden konnten. Und da habe ich dann nur das Argument von vorhin gesagt: Leute, es ist tats\u00e4chlich ungew\u00f6hnlich, aber ihr m\u00fcsst doch kapieren, wenn so etwas sich \u00fcberhaupt durchsetzen kann in der F\u00fchrung, dann geht es nur auf diesem Wege. Wenn die Neukonstituierung vorher breitgetreten worden w\u00e4re, w\u00e4re die Sache erledigt gewesen von vornherein.
\nEs gab diese Kritik \u2013 nicht massenhaft, aber zu meinem Erstaunen doch in einzelnen F\u00e4llen. Es jedoch war nicht so, dass die deshalb gesagt h\u00e4tten: \u201eIch mach nicht mit.\u201c<\/p>\n

Quelle (mit freundlicher Genehmigung): Unsere Zeit v. 22. Dezember 2017<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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